Lichtschranken in der kreativen Photographie (auch von Menschen) Teil 2 – Die Grundaufbauten

Lichtschranken sind tolle Hilfsmittel in der Photographie, die häufig unterschätzt werden. Sie sind präzise und garantieren eine gute Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. In der Tierphotographie, der technischen und experimentellen Photographie sind sie kaum wegzudenken.

Nur bei der Photographie von Menschen besteht irgendwie eine gewisse Scheu, ja fast eine Abneigung gegen Lichtschranken. Dabei können sie auch hier viele kleinere und größere Probleme lösen und manche Arten von Bildern überhaupt erst möglich machen und völlig neue Bildwelten erschließen, insbesondere Spezialeffekte.

Ich werde hier in dieser Serie Schritt für Schritt den Umgang mit Lichtschranken erklären. Beginnend mit den Grundfunktionen und grundlegenden Herangehensweisen, bis hin zu hochkomplexen Aufbauten. Im Teil 2 stelle ich die 3 Grundaufbauten vor.
1. rechtwinklig zur Objektivachse
2. parallel zur Objektivachse
3. senkrechter Aufbau

Der Ton ist leider immer noch etwas schwierig – neuer Standort, neue Probleme.

Kreativer Einsatz von Lichtschranken – Teil 1

Lichtschranken sind tolle Hilfsmittel in der Photographie, die häufig unterschätzt werden. Sie sind präzise und garantieren eine gute Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. In der Tierphotographie, der technischen und experimentellen Photographie sind sie kaum wegzudenken.

Nur bei der Photographie von Menschen besteht irgendwie eine gewisse Scheu, ja fast eine Abneigung gegen Lichtschranken. Dabei können sie auch hier viele kleinere und größere Probleme lösen und manche Arten von Bildern überhaupt erst möglich machen und völlig neue Bildwelten erschließen, insbesondere Spezialeffekte.

Ich werde hier in dieser Serie Schritt für Schritt den Umgang mit Lichtschranken erklären. Beginnend mit den Grundfunktionen und grundlegenden Herangehensweisen, bis hin zu hochkomplexen Aufbauten.

Im Teil 1 stelle ich die grundlegende Funktionsweise vor.

Blätterfall, eine kleine Anleitung

Ich bevorzuge es Bilder real zu photographieren und arbeite daher mitunter mit kleinen Tricks vor und mit der Kamera.
Und hier stelle eine Methode vor, gezielt Blätter von den Bäumen fallen zu lassen.

Hier erstmal das fertige Bild

Herbstzeit, fallende Blätter, buntes Laub

Und hier das Video, wie ich es gemacht habe.
Viel Spaß beim zusehen.

Elektromechanischer Fernauslöser für mechanische Kameras

Vielleicht hat auch der eine oder andere Analog-Photograph schon mal vor dem Problem gestanden, die Kamera aus größerer Distanz auslösen zu wollen.

Klar, es gibt die pneumatischen Auslöser, aber so ab 15m läßt deren Kraft auch merklich nach und das kann bei einem höheren Auslösegewicht zu Fehlfunktionen führen.

Also habe ich mich dazu entschlossen, einen elektromechanischen Auslöser zu bauen.
Die Kosten belaufen sich auf zwischen 10€ und 20€, je nachdem, was der eigene Keller, die Werkzeug- und Grabbelkiste hergeben.

Die Bauteile:
1x Grundplatte ca. 12 x 20 cm (bei mir aus Holz)
1x Halteleiste für den Drahtauslöser, die Maße hängen von der Größe des Drahtauslösers ab
1x Stellmotor für eine Kfz-Zentralverriegelung (~5€)
1x Relais 12 V (oder auch 9V), notwendig bei Anschluß an elektronische Geräte wie Funkauslöser o.ä.
1x Freilaufdiode (1N4002), notwendig bei Anschluß an elektronische Geräte (Cent-Artikel)
2x 2er Kabelverbinder (Grabbelkiste),
1x Aufnahmebuchse für eine 9V-Batterie oder ein Käfig für 10 R6 Batterien / Akkus (Grabbelkiste)
1x 2,5mm Klinkenstecker mit Kabel (optional) (Grabbelkiste)
dazu etwas Klingeldraht und ein paar Holzschrauben (Grabbelkiste)

Spezialwerkzeuge sind nicht notwendig, ich habe dies nur mit einem Swiss-Tool gebaut.

Der Zusammenbau:
Um flexibel zu sein und notfalls einige Änderungen vornehmen zu können habe ich die Grundplatte etwas großzügiger gewählt. Um es trotzdem leicht zu halten, besteht die Grundplatte aus Paulownia-Holz, von dem ich noch ein paar Reste hatte.
Darauf wird eine Halteleiste montiert, in die man einen kleinen U-förmigen Ausschnitt sägt, wo man dann den Drahtauslöser einhängt. Gehalten wird dies bei mir durch einen klappbaren Riegel, aber ein Gummiband o.ä. würde auch reichen.

Jetzt bestimmt man die Postion des Stellmotors. Die Ausrückstange sollte dabei bereits leicht auf den Drahtauslöser drücken, jedoch noch ohne den Auslösestift herauszudrücken. Ich habe hierbei einen 2-poligen Stellmotor verwendet.

Sofern man nur elektrisch auslösen möchte, muß man jetzt nur noch ein Kabel mit Schalter anklemmen und eine Stromquelle anschließen und ist fertig. Auf jeden Fall kann man so schon mal die Funktion testen.

Wenn man jedoch etwas mehr Komfort möchte, z.B. Funkauslöser verwenden o.ä., folgen noch einige weitere Schritte.
Es macht auf jeden Fall Sinn, den Steuerstromkreis mittels Relais vom Arbeitsstromkreis zu trennen, da manche elektronischen Auslöser nur geringe Stromstärken durchlassen und dies wirkt sich auch auf Kraft und Geschwindigkeit des Stellmotors aus.

Wenn man jedoch ein Relais installiert, muß zusätzlich auch noch eine Freilaufdiode parallelgeschaltet eingebaut werden. Das Relais erzeugt beim loslassen eine Induktionsspannung, welche zu stark für die Elektronik sein kann. Diese Spannungsspitze wird durch die Freilaufdiode abgefangen.

Zum Anschluß verwende ich ein Kabel mit 2,5mm Klinkenstecker, das paßt auf die meisten elektrischen Auslöser und auch Funkauslöser.

Und hier der Schaltplan, weil es auf dem Bild doch etwas unübersichtlich ist. Ich hoffe, ich habe die korrekten Zeichen verwendet. Also keine Gewähr.

Auslösegeschwindigkeit:
War ich zu Beginn der Arbeiten noch etwas in Sorge, was die Auslösegeschwindigkeit angeht, so erwiesen sich diese schnell als unbegründet.
Aus dem passiven Modus heraus gibt es derzeit keine digitale Kamera mit einer schnelleren Auslöseverzögerung und selbst im aktiven Modus (halb gedrückter Auslöser) sind nur 2 oder 3 Sony-Kameras etwas schneller.
Und das ist ja nur meine erste Version …

Mit einer 9V-Blockbatterie beträgt die Auslöseverzögerung bei mir nur 0,052s und mit der Nennspannung von 12V sogar nur 0,042s. Die Wiederholgenauigkeit beträgt dabei etwa 0,0002s.

Zum Vergleich ein paar Beispiele:
Canon EOS 5D MK IV: Ausloseverzögerung passiv – 0,236s (Wiederholgenauigkeit 0,012s), aktiv – 0,112s (Wiederholgenauigkeit 0,002s)

Nikon D850: Ausloseverzögerung passiv – 0,188s (Wiederholgenauigkeit 0,003s), aktiv – 0,054s (Wiederholgenauigkeit 0,002s)

Sony Alpha 7s: Ausloseverzögerung passiv – 0,082s (Wiederholgenauigkeit 0,027s), aktiv – 0,020s (Wiederholgenauigkeit 0,003s)

Das Ganze sieht zwar noch sehr provisorisch aus und ich werde wohl demnächst nochmal eine kompaktere, leichtere und evtl. sogar noch schnellere Version bauen, aber ich habe so den Verdacht, daß mich diese erste Version noch sehr lange begleiten wird. Hier sind schließlich schnell und einfach Umbauten und Reparaturen möglich.
Frei nach dem Motto:

Nichts hält länger, als ein Provisorium!